Oliver Wendt
archiv

Sensi Simon's Samowar (2008-2011):
mit Sicherheit eines der lustigsten Projekte, in denen ich je mitgespielt habe. Simon Wagner hat diese Band etliche Jahre geleitet und die ersten Jahre sogar einmal wöchentlich einen steady job in der Tübinger Dreckloch-Disco "Mancuso" gespielt. Sehr abwechslungsreiche Musik mit einer sehr lustigen Moderation durch Simon. Interessante Arrangements zwischen Soul, Reggae, Ska und Jazz auf gut besuchten und feucht-fröhlichen Parties in besagter Disco, welche mittlerweile endlich abgerissen wurde. Eine äußerst effektive Methode für den Betreiber gute Kohle zu machen und die Band für lau spielen zu lassen...

octafish (2004-2011):
"Talentverschwendung" ist das Wort das diese Band wohl am ehesten trifft: eine hochbegabte und -kreative Truppe aus gnadenlos guten Musikern, die mittlerweile längst die Republik und mehr bespielen könnte, aber lieber die Wochenenden im Proberaum verbringt...seufz. Eine der wenigen Bands, die die direkte Aufforderung erhält, eine USA-Tour zu machen und überwältigende CD-Kritiken bekommt, aber statt dessen sich lieber wieder in den Proberaum verkriecht um an neuen Songs zu basteln und im 3-Jahres-Rhythmus ein Konzert zu geben... Noch nie in meinem Leben ist mir derart schmerzhaft bewusst geworden wie unterschiedlich die Zielsetzungen einzelner Bandmitglieder sein können. Eine Wahnsinns-Band mit einem Wahnsinns-Sound. Einer der langjährigen Geheimtipps in der Art-Rock-Szene und regelmäßiger Gast auf der legendären Zappanale. Seit 2011 ohne mich...

oliver wendt293297Theater Sturmvogel: "Der Wolf und die 7 Geißlein" (2011):
Stephan Pitsch schrieb die Musik für das gleichnamige Kindertheater-Stück in der Inszenierung vom Theater Sturmvogel (Sandra Jankowski und Frank Klaffke). Dieses überaus aktive 2-Mann-Theater bereist mit seinen Vorstellungen mehr als das komplette Bundesland und hat einige sehenswerte Programmpunkte auf Lager. Stephan hat für die beiden bereits öfter zur Feder gegriffen und ist mittlerweile so etwas wie deren Stamm-Komponist. Bei der Produktion durfte ich, wie man sieht, auch mal wieder an die Flöte ran, wodurch ich das ganze nicht mal so eben auf einer Arschbacke runtergesessen habe...

Our Father In Heaven (2010): oliver wendt263517
diese von Ralf Grössler für Solo, Chor und Orchester komponierte Symphonische Rhapsodie wurde vom Reutlinger Gospelchor unter der Leitung von Michaela Frind aufgeführt, wobei diese keine Kosten und Mühen sparte, um dieses Monster-Werk ausgerechnet in der verheerenden Akustik der Marienkirche Reutlingen aufzuführen. Ein 20-Mann-Orchester mit Streichern, Bläsern, Mallets und Schlagwerk besetzt, plus einem voll besetzten Gospel-Chor ließen die Kirche mit Gospel-Klängen erklingen. Das Projekt fand ich interessant, aber meiner Meinung nach etwas übers Ziel hinaus geschossen, wenn man versucht, aus eingängigen aber einfachen Gospel-Songs gleich ein symphonisches Werk zu basteln. Mit Chören zu spielen finde ich aber immer wieder toll.

Cubop Funk (2007-2009):
Als unmittelbare Folge meines ersten Kuba-Aufenthaltes stellte ich diese Band zusammen, weil ich infiziert wurde von Spiellust und Energie der kubanischen Musiker. Afrocuban Jazz mit Raketentreibstoff im Tank war unser Motto, Irakere, Michel Camilo und Paquito D'Rivera im Repertoire und ich liebte es jedes Mal, wenn die Band anfing zu brennen und so richtig losging. Tat mir mal echt wieder gut, zu erleben, wie auch Gesangs-lose Musik in Jazzclubs die Leute zum feiern bringt. 15 gigs in 14 Monaten. Es gibt schlechtere Bilanzen.

Beija Brasil (2004-2009):
5 Jahre lang habe ich in dieser Band mitgespielt, die sich auf afrobrasilianische Grooves und Samba-Reggae spezialisiert hatte. Sehr schade dass sie sich aufgelöst hat, weil sich nach über 10 Jahren keiner mehr um Gigs gekümmert hat. Irgendwie war wohl die Luft raus… Aber jahrelang war Beija eine Besonderheit in der Szene, denn es gab zwar stets ein Überangebot an brasilianischen Trommelgruppen und Bossa-Nova-Trios oder -Quartetten, aber nur Beija Brasil war mit 2 Bläsern, Cavaquinho, E-Gitarre und sämtlichen brasilianischen Percussions wie Pandeiro und Surdo ausgestattet, wodurch wir in der Lage waren, Originalarrangements z.B. von Ivete Sangalo, Daniela Mercury oder Elba Ramalho zu spielen. Meist hatten wir um Fasching Hochkonjunktur…;-))

Moonlight Swing Orchestra (1999-2009):
Ein gelungenes Beispiel darüber, wie man Jugendträume verwirklichen kann! Gerhard Füger zog in Eigenarbeit und mit einem Fundus aus über 3000 Originalarrangements eine der wenigen existenten Swing-Big-Bands auf. 10 Jahre lang rockten wir die Ballsäle und ließen Glenn Miller, Count Basie und Duke Ellington wieder aufleben. Höhepunkte daneben waren u.a. auch immer wieder Engagements für den SWR und wir teilten uns die Bühne mit Roberto Blanco und Konsorten. Als Bläser kann man nicht wehmütig genug auf eine weitere BigBand schauen, die infolge zu hohem Aufwands irgendwann ins Archiv wandert...

Welcome To The Pleasuredome (2007):
das megalomanischste Konzert, bei dem ich jemals auf der Bühne stand. Eine Produktion, bei der Bon Jovi blass vor Neid geworden wäre...Dodo Kuhn stellte 2007 diese Monsterproduktion in Reutlingen auf die Beine, um die wirklichen Hits der 80er so originalgetreu wie möglich widerzugeben. Selbst die abgefahrensten und mittlerweile längst ausgestorbenen keyboard-sounds konnte er wieder ausgraben und mit beinahe 20 Mann auf der Bühne eine show präsentieren, die sich echt gewaschen hat. Fortsetzung soll folgen. Bin gespannt...

Die Dreigroschenoper am Landestheater Tübingen LTT (2006-2008):
Der Kultklassiker wurde Ende 2006 anlässlich Brechts 50. Todestages am LTT in einer äußerst interessanten und eigenwilligen Art aufgeführt. Die Szenerie der Räuber und Bettler aus dem London der 20-er Jahre wurde auf die heutige Zeit der Heuschrecken im Bankensektor in der globalisierten Welt übertragen (aktuell und brisant wie nie zuvor!). Bandbesetzung wie im Original von Kurt Weill und ich durfte noch Flöte und Klarinette dazulernen. Was für ein Stress...War aber eine tolle Erfahrung! Lief 1,5 Jahre wie warme Semmel.

Poema Ambiguo (2007):
Von Wieland Braunschweiger und Dodo Kuhn (alias Dodokay, mittlerweile bekant durch die schwäbischen Synchronisationen beispielsweise der Obama-Rede und des viralen Marketings auf dem Todesstern) produziertes brasilianisch-deutsches Brasil-Samba-Funk CD-Album. Alle Kompositionen stammen aus Wielands Feder, der zudem noch alles außer Gesang, Bläsern und Keyboards selbst eigespielt hat. Coole Scheibe!

Cantus Novus (2007):
Mit diesem Frauenchor aus der Ulmer Gegend nahm ich an Konzerten und einer CD-Produktion teil. Moderne sakrale Werke und eine Rhythmusgruppe mit Saxophon verhalfen mir zusammen mit Kirchenakustik zu einer völlig neuen Erfahrung. Spannend, mal Musik jenseits von PA's, Groove und Einzählern zu spielen.

Wittgenstein-Projekt (2007):
Im Rahmen eines Seminars zum „Tractatus“ von Ludwig Wittgenstein an der Fakultät für Philosophie an der Universität Tübingen stellte im Frühjahr 2007 („Jahr der Geisteswissenschaften“) Gottfried Vosgerau als Doktorand im Rahmenprogramm eine Band zusammen, die das sehr anschauliche multimediale Konzept unterstreichen sollte. Als musikalische Vorlage diente hierzu eine Aufnahme des finnischen Musikers M.A.Numminen. Organisation und Bandleitung: Gottfried Vosgerau. Auftritte in Tübingen und Bochum.

Stephan Pitsch Quintett: Projekt Stockholm (2006-2008):
Aus einer einmonatigen Studienreise komponierte Stephan eine Stockholm-Revue in Form einer Jazz-Suite aus unzähligen Geschichten, Eindrücken und Bildern dieser wunderbaren Stadt. Unglaublich, was sich aus einem windigen Segeltörn, gigantischen Steinpilzen oder einem schnaubenden Elch für abgefahrene Stücke komponieren lassen! Incl. Einer CD-Produktion im SWR und 22 gigs in 2 Jahren.

Ray-Charles-Tribute-Band (2005):
inspiriert durch den Oscar-prämierten Film mit Jamie Foxx in der Hauptrolle, beschlossen Marcus Halver und ich im Frühjahr 05, unsere nun 20 Jahre zurück liegende Zusammenarbeit mit Al Jones wieder aufzufrischen, und freuten uns sehr, ihn als Lead-Sänger für dieses Projekt gewinnen zu können. Dem Ehrgeiz waren keine Grenzen gesetzt und wir holten uns die besten Musiker, die wir kriegen konnten. Ein tolles Projekt und ein super Konzert bei den Tübinger Jazz & Klassiktagen 2005. CD erhältlich!

Thommy Mammel (2005):
Rainer Tempel arrangierte diesen Liederzyklus, der sich um Geschichten aus der Heimat drehte. Schön poetisch und mit netter Besetzung. Thommy ist gut unterwegs, immer mit wechselnden Besetzungen.

Art Pepper Tribute (2003-2004):
nachdem ich irgendwann feststellte, dass es praktisch keine CD-Veröffentlichung eines meiner größten Alto-Sax-Idole gab, die ich NICHT besaß, dachte ich, es sei Zeit, endlich ein Tribute für diesen herausragenden Saxophonisten zu veranstalten. Mit derart viel Songmaterial in der Hand war es auch ein leichtes, das Programm ausschließlich aus Peppers Eigenkompositionen zu bestreiten. Ein tolles und v.a. sehr abwechslungsreiches Programm.

Daniél Iberra (2004-2005):
ich hatte die Ehre, einige Male in Daniéls Band mitzuspielen und im Herbst 2004 bei der CD Veröffentlichung „pura vida“ mitzuwirken. Ein immenses Orchester (19 Musiker auf der Bühne) füllte den großen Saal des Landestheaters Tübingen mit über 300 Leuten vollständig. Leider war Tübingens namhaftester Beschaller mit dieser Monster-Band infolge zu vieler akustischer Instrumente hoffnungslos überfordert…glücklicherweise gab es aber auch noch weitere Auftritte in etwas kleinerer Besetzung.

oliver wendt23127361Arthur Schnitzlers "Fräulein Else" (2003):
Stephan Pitsch und ich sorgten für die musikalische Umrahmung des Ein-Mann (bzw. Frau)-Theaterstücks des österreichischen Dramatikers. Janne Wagler inszenierte die 1924 erschienene Monolog-Novelle unter der Regie von Werner Jauch, wodurch wir erste Einblicke in die Theaterwelt erhielten, was für uns für spätere Jobs von großem Interesse sein sollte.

Zeylmans-Zeh-Wendt-Trio (2000)
Mit diesem Trio um den mittlerweile ausgewanderten Sänger Mathias Zeylmans v. Emmichoven und Pianist Markus Zeh spieleten wir einige nette Gigs und Hochzeiten in der Region. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns der Auftritt im Oktober 2000 im Rahmen der Tübinger Musiknacht im Kino Arsenal. Veranstalter Tobias Haase schuldet uns bis zum heutigen Tag noch 500,-DM. Manche Veranstalter reagieren dann doch etwas eigenwillig, wenn man sie darauf aufmerksam macht ("na dann verklag mich doch"). Wie gut dass die Szene nur sehr sporadisch von solchen Gestalten durchsetzt ist...

disconnected (1998-2002):
eine wahnsinns Funk-Band meiner damaligen Studienkollegen in Basel. Sängerin Lisette Spinnler ist mittlerweile eine der gefragtesten Sängerinnen in der Eidgenossenschaft und Dozentin für Jazz-Gesang an der Musikakademie Basel. Schlagzeuger JJ Flück ein ziemlich aktiver Produzent, Songwriter, Veranstalter und nicht zuletzt einer der eisenhärtesten drummer, mit denen ich bisher die Ehre hatte zusammen zu spielen. Viele coole gigs…u.a. als Vorgruppe von „The Bates“ (damals Deutschlands angesagteste Punk-Band…Junge Junge was für ein Schrott…aber egal)

52nd Street Big Band (1997-2000):
unbestritten die lauteste Big Band, die Tübingen jemals hatte. Und nachdem Tübingens zwei lautesten Saxophonisten die Band verließen (Gerhard Füger und ich), löste sie sich auch nach 15-jährigem Bestehen prompt auf. Rüdiger Ruf versuchte das Unmögliche zu bewerkstelligen, indem er erfolglos versuchte, der Band ein wenig Subtilität und Klangvorstellung zu vermitteln. Aber wir hatten bei jedem Gig Spaß ohne Ende, denn wir spielten getreu dem Motto „long live Rock’n Roll!“. Dass dabei Maynard Fergusons „Cruisin’ For A Bluesin’“ oder Thad Jones’ „Kids Are Pretty People“ fast zu Punk-Nummern wurden, störte uns wenig so lange genug Bier floss. Das Publikum noch viel weniger…

Gospelchor Reutlingen (1998):oliver wendt2618276381
eine Weile lang gehörte ich u.a. mit Michael Paucker, Andy Schoy und Samuel Jersak zur Band, die den Chor bei Konzerten begleitete. Meine erste Erfahrung als Chor-sideman. Während ich in Basel Jazz-Harmonik, Charlie-Parker-Transkriptionen und Jazz-performance studierte eine ganz willkommene Abwechslung.

Groove Club (1995-1997):
eigentlich eine ziemlich coole Band, die aus der Auflösung von „Fools In Paradise“ hervorgegengen war. Markenzeichen war Gitarrist und Band-Leader Frank Wekenmann, die 4-köpfige Horn-section und nicht zuletzt Front-Sängerin Rike Mahlberg. Unsere Hits waren u.a. Chaka Khans „Night In Tunesia“, Jaco Pastorius’ „Soul Intro“ und “Mama Lied” von Tower Of Power. Damals kamen wir uns vor wie dir Ober-checker, weil wir T.O.P. coverten, später mussten wir feststellen, dass alle schlechten Coverbands diese Nummer spielten, damit sie im Bandinfo schreiben konnten, dass sie Tower Of Power im Repertoire hatten (gähn…). Unvergessen sei hier der legendäre Auftritt auf dem Tübinger Stadtfest 1997, auf dem es damals für die komplette Band ganze 200,-DM gab. Seitdem habe ich Verständnis dafür, dass dort immer nur Scheiß-Bands spielen…

Up To Date Big Band (1996-1997):
Meine einzige dauerhafte Band in Karlsruhe. Dort durfte ich fast 2 Jahre lang Lead-Alto spielen. War echt höllisch im Stress deswegen, hab aber auch ne Menge gelernt. Ich musste immer die Solos spielen, die keine Sau wollte, weil ich ja studieren wollte…War aber eine tolle Zeit, von manchen Kontakten profitiere ich heute noch. Gig-mäßiger Höhepunkt war sicher der Auftritt auf der Frankfurter Musikmesse 1997. Wir haben uns vorher ordentlich in die Hosen geschissen und geprobt wie die Bescheuerten. Am Ende hat’s keine Sau interessiert (nicht mal uns selbst)…

Fools In Paradise (1992-1995):
tja Leute, auch wenn ihr’s nicht wisst – aber das war einfach DIE Band! Was besseres gab’s nicht. In einer Zeit, als durch den „Commitments“-hype die Soul-Bands wie Pilze aus dem Boden schossen und sich gegenseitig im covern von „Mustang Sally“ zu übertreffen versuchten, holten wir unbekannte Schätze aus den Truhen der Stax-, Volt- und Motown-Label und arrangierten sie für unsere fette geile Band um. Commitments- und Blues-Brothers Nummern waren schlichtweg Tabu um nicht in der gleichen Soße wie sämtliche anderen unsäglichen Soul-Bands zu schwimmen (schließlich hatten wir auch 5 (!) Bläser und eine echte Hammond M100, die beschäftigt werden wollten!). Trotz unbekannterer Songs schafften wir es als Vorgruppe zu Mother’s Finest und Gipsy Kings und tourten fleißig im Bundesland herum. Unvergessen unser schottischer Frontsänger John „JP“ Patterson und Bandleader Marcus Halver, der 1995 den Laden auflöste und nach Holland ging, um Jazz-Gitarre zu studieren. Heute ist er Gitarrist, Bandleader, Dozent, Pädagoge und Tontechniker, hat Stationen in den Niederlanden, Freiburg und England hinter sich, John hat’s nach Vanuatu verschlagen.
Hach ja…die Nostalgie. Kennt eigentlich jemand die arschgeile „Kansas-City“-Version von James Brown? Nicht? Tja, merkt ihr was…? Soul hört eben nicht bei „Hard To Handle“ auf…Irgendwann gibt’s ein revival und dann zieht euch warm an.

frühere Bands u. Projekte
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